Parasiten bei unseren Haustieren – Zecken & Flöhe
Parasiten sind Lebewesen, die auf oder in einem anderen Organismus (= Wirt) leben und von diesem einen besonderen Nutzen haben. Der Wirt wird dabei meistens auf die eine oder andere Art gesundheitlich ausgenutzt und beeinträchtigt. In diesem Artikel widmen wir uns den Ektoparasiten – also jenen Parasiten, die außen auf der Körperoberfläche ihrer Wirte leben und betrachten dabei insbesondere zwei häufige Vertreter bei unseren Haustieren: die Zecken und die Flöhe.
Die Zecke
Sobald die Temperaturen im Frühling steigen, werden Zecken wieder besonders aktiv. Dann lauern sie in der Natur auf Tiere oder auch Menschen, um sich von deren Blut zu ernähren. Zecken sind nicht nur lästig, sondern stellen auch eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit unserer Hunde und Katzen, aber auch die eigene Gesundheit dar.
Zecken sind Parasiten, die sowohl Hund und Katze als auch Menschen befallen. Allein in Österreich leben 18 Arten, die zwei wichtigsten sind der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) und die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus)1. Für Hunde, die auf Reisen ins Mittelmeergebiet mitgenommen werden, spielt die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) eine wichtige Rolle.
Durch Zecken übertragene Krankheiten – die Gefahr für den Hund
In allen Entwicklungsstadien saugen Zecken das Blut ihrer Wirte. Während des Blutsaugens injizieren sie ihren Speichel, der eine Reihe von Krankheitserregern enthält und die bei einem Stich übertragen werden können. Zu den in Österreich häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten bei unseren Hunden zählen:
Die Borreliose, eine bakterielle Infektion, die Gelenkentzündungen, Fieber und Lahmheit verursachen kann. Unbehandelt kann sie zu schweren Organschäden führen.
Die Anaplasmose, eine bakterielle Erkrankung, die grippeähnliche Symptome wie Fieber, Appetitlosigkeit und Gelenkschmerzen hervorruft. In schweren Fällen, sowie bei gleichzeitiger Infektion mit Borrelien, kann sie zu neurologischen Problemen und Blutgerinnungsstörungen führen.
Die Babesiose, ein durch einzellige Parasiten verursachter Befall der roten Blutkörperchen. Die Erkrankung führt zu Anämie, Fieber, Schwäche und dunklem Urin. Unbehandelt kann sie tödlich verlaufen.
FSME, eine Viruserkrankung, die bei akutem Verlauf zu Fieber, Appetitlosigkeit, Krämpfen und Verhaltensänderungen führen kann.
Zoonosen – die Gefahr für den Menschen
Einige durch Zecken übertragene Krankheiten, wie Borreliose und FSME, können durch den Parasiten auch auf den Menschen übertragen werden. Mit einem entsprechenden Zeckenschutz für Ihren Hund und Ihre Katze, schützen Sie nicht nur Ihr Tier, sondern auch sich und Ihre Familie.
Wie kann ich mein Tier schützen?
Ein Schutz des Vierbeiners gegen Zecken ist besonders wichtig, um den von Zecken übertragenen Krankheiten vorzubeugen. Zecken, die sich zum Zeitpunkt der Behandlung bereits am Tier befinden, sollten entfernt werden. Aufgrund der warmen Winter sind Zecken mittlerweile ganzjährig aktiv, weshalb ein ganzjähriger Zeckenschutz angeraten ist.
TIPP: Zecke entdeckt – und nun!?
- Zecke unverzüglich entfernen, z. B. mit einem Zeckenhaken oder einer spitz zulaufenden Pinzette. Die Zecke möglichst nahe am Stechapparat fassen und gleichmäßig nach oben herausziehen. Nicht quetschen!
- Stichstelle desinfizieren und beobachten, ob sich die Haut entzündet oder verändert. In der Haut verbleibende Reste werden als Fremdkörper von der Haut selbst abgestoßen.
- Zecke richtig entsorgen, z. B. mit Klebeband fixieren und in den Hausmüll werfen oder in ein Papiertuch einwickeln und mit einem harten Gegenstand zerdrücken. Die Zecke im Hausabfall entsorgen, nicht im Kompost.
Der Floh
Flöhe sind wahre Weltmeister im Springen, legen unzählige Eier und vermehren sich in Windeseile. Sie ernähren sich, wie auch die Zecken von Blut und machen auch vor Menschen nicht halt. Die stark juckenden Stiche, können zu Hautinfektionen und Allergien führen. Flöhe sind das ganze Jahr über aktiv, in Herbst und Winter fühlen sie sich besonders in warmen Wohnräumen wohl.
Meist stecken sich Hunde und Katzen mit Flöhen an, indem sie mit anderen Tieren in Kontakt kommen, die einen Flohbefall haben. Aber auch in – durch mit Floheiern, Larven und Puppen -verunreinigter Umgebung, in der sich zuvor befallene Tiere aufgehalten haben, ist eine Ansteckung möglich. Und auch in der eigenen Wohnung können sich Hunde und Katzen immer wieder neu anstecken, wenn das eigene Tier zuvor einmal Flöhe hatte. Denn diese Flöhe können Eier gelegt haben, aus denen sich innerhalb der Wohnung über Wochen bis Monate später neue Flöhe entwickeln können, die dann Hund oder Katze erneut befallen. So kann es auch passieren, dass sich das eigene Tier innerhalb der eigenen Wohnung immer wieder neu ansteckt, auch ohne Kontakt zu anderen Tieren oder Auslauf im Freien. Ein nicht enden wollender Teufelskreis entsteht.
Durch Flöhe übertragene Krankheiten – Juckreiz & Co
Flöhe sorgen nicht nur für lästigen Juckreiz, sondern können auch zu ernsteren gesundheitlichen Beschwerden führen. Flöhe besitzen einen gut ausgebildeten Stechapparat, mit dem sie sogar dicke Haut punktieren und das Blut ihres Wirtes saugen können. Flohstiche verursachen starken Juckreiz. Der während des Flohstiches abgesonderte Speichel kann stark allergen wirken und in der Folge die häufigste Hautentzündung beim Hund, die sogenannte Flohspeichelallergie-Dermatitis (FAD) auslösen. Flöhe können außerdem Erreger anderer Krankheiten auf Hunde und Katzen übertragen. Dazu gehört beispielsweise der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum), der durch das Verschlucken erwachsener, infizierter Flöhe, etwa bei der Fellpflege übertragen wird. Sowie der Erreger der Katzenkratzkrankheit. In beiden Fällen können auch Menschen angesteckt werden. Flohstiche können außerdem zu sekundären Hautinfektionen sowie zu Blutarmut bei Welpen, älteren Tieren oder Tieren mit einem geschwächten Immunsystem führen.
Bei einem Flohbefall hilft nur eine konsequente Bekämpfung:
Ist ein Tier mit Flöhen befallen, gilt es, vorhandene erwachsene Flöhe auf dem Tier mit einem geeigneten Anti-Floh-Präparat schnellstmöglich abzutöten. Dies schützt nicht nur das Tier vor den Folgen eines Flohbefalls und den Menschen vor einer Übertragung von Flöhen, sondern es verhindert auch, dass vorhandene Flöhe Eier in die Umgebung legen, aus denen sich bald neue Flöhe entwickeln. Je nach Schwere des Befalls muss die Behandlung wiederholt werden. Wichtig: In Haushalten mit mehreren Tieren müssen alle Tiere in die Behandlung mit einbezogen werden.
WICHTIG! Umgebungsbehandlung nicht vergessen. Nur ein kleiner Anteil des Flohbefalls befinden sich auf dem Tier – die erwachsenen Flöhe. Der Großteil hingegen befindet sich in Form von Entwicklungsstadien wie Eiern, Larven und Puppen, in der Umgebung.
TIPP: Wie erkenne ich einen Flohbefall bei meinem Haustier?
- Kämmen Sie das Fell Ihres Tieres mit einem engzackigen Kamm (Flohkamm) ganz nah an der Haut.
- Geben Sie das ausgekämmte Material (Hautschuppen, Talg) auf ein feuchtes Küchen- oder Taschentuch.
- Verreiben Sie die Krümeln auf dem feuchten Tuch. Verfärbt sich das Tuch rund um das Material rötlich, ist dies ein Hinweis für einen Flohbefall, da Flöhe mit ihrem Kot kleine Mengen Blut ausscheiden, das mit ausgekämmt und auf diese Weise sichtbar wird.
Fazit
Zusammenfassend kann man sagen, dass ein konsequenter Schutz vor Parasiten wie Zecken und Flöhen unerlässlich ist. Es geht dabei nicht nur darum, lästigen Juckreiz zu vermeiden, sondern vor allem darum unsere Haustiere und auch uns Menschen vor den ernsthaften Risiken durch übertragbare Krankheiten zu schützen.
Da jedes Tier individuelle Bedürfnisse hat, sollte man sich bei der Wahl des passenden Parasitenschutzes immer an eine Fachperson des Vertrauens wenden – sei es der Tierarzt, der Apotheker, der Hundetrainer oder der Zoofachhändler.
Achtung bei Angeboten im Internet! Achten Sie beim Kauf immer auf die Seriosität der Anbieter und kaufen Sie Ihre Produkte zur Parasitenbekämpfung ausschließlich bei vertrauenswürdigen Händlern, um die Sicherheit und Wirksamkeit für Ihren Liebling zu garantieren.
Christine Weber
Christine ist mobile Hundemasseurin & Hundebwegungstrainerin.