Wir bleiben dran: Ein klares Nein zu Gewalt

Inhaltsverzeichnis

Wir bleiben dran: Ein klares Nein zu Gewalt

In den vergangenen Tagen haben wir unglaublich viele Rückmeldungen zu unserem Artikel „Warum wir Gewaltmethoden im Hundetraining ablehnen“ erhalten.
Wir bedanken uns von Herzen für die große Resonanz, die vielen Nachrichten, die Gespräche mit Kolleg:innen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen und den Austausch mit zahlreichen Tierhalter:innen.

Das Thema bewegt viele – auch uns. Es ist emotional, teilweise belastend und betrifft uns nicht nur als Fachleute, sondern als Menschen, die das Wohl von Tieren an erste Stelle setzen.

Wir stehen für sachliche Diskussion – nicht für Drohungen oder Beleidigungen

In diesem Zusammenhang möchten wir klar festhalten:
Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form von Beleidigungen, Hasskommentaren oder Drohungen, die im Zuge der öffentlichen Diskussion aufgetaucht sind. Gewalt – verbal oder physisch – ist niemals ein akzeptabler Weg.
Unser Anliegen ist es, sachlich, fachlich fundiert und verantwortungsvoll über ein wichtiges Tierschutzthema zu informieren.

Ein neues Statement – und unsere Sicht darauf

Vor Kurzem hat ein großes öffentliches Medium ein offizielles Statement veröffentlicht. Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich damit erstmals öffentlich zu den aktuellen Diskussionen geäußert wurde.

Dennoch möchten wir einen wichtigen Punkt ansprechen:

Medien haben nicht nur Einfluss auf Meinungen, sondern auch auf Verhalten.
Berichterstattung kann Orientierung geben, Unsicherheiten verstärken oder abbauen, Vertrauen schaffen oder zerstören. Und vor allem:
Sie kann Nachahmung begünstigen, wenn problematische Methoden unkritisch oder unkommentiert dargestellt werden.

Wenn gewaltbasierte Trainingsansätze öffentlich sichtbar werden, ohne eine klare Distanzierung, besteht die Gefahr, dass Menschen sie als legitim, „effektiv“ oder gar „notwendig“ interpretieren. Besonders Hundehalter:innen, die sich in schwierigen Situationen befinden, sind für solche Botschaften anfällig.

Gerade deshalb hätten wir uns gewünscht, dass im Statement ein eindeutiges Nein zu Gewalt und aversiven Methoden ausgesprochen wird – und ein klares Ja zu modernen, wissenschaftlich fundierten Trainingsansätzen.

Eine klare Distanzierung wäre aus unserer Sicht ein wichtiges Signal an Tierhalter:innen, an Trainer:innen und an alle, die sich für das Wohl von Hunden einsetzen.

Redzone-Hunde, schwierige Hunde, Hunde mit Beißvorfällen – kein Hund verdient Gewalt

Im aktuellen Diskurs wird häufig das Argument angeführt, Hunde, die als „Redzone-Hunde“, „gefährliche Hunde“ oder Hunde mit Beißvorfällen gelten, könnten nur mit harten oder gewaltbasierten Methoden trainiert werden – oder stünden andernfalls vor der Einschläferung.

Wir möchten dazu klar Stellung beziehen:

  • Kein Hund verdient Gewalt – unabhängig von Verhalten, Vorgeschichte oder Problematik.
  • Gewalt ist keine fundierte, nachhaltige oder tierschutzkonforme Trainingsstrategie.
  • Auch schwierige Hunde können erfolgreich und sicher mit nicht-aversiven Methoden trainiert werden.
  • Solche Hunde gehören ausschließlich in die Hände ausgebildeter und erfahrener Fachleute.

 

Auch das Tierschutzgesetz lässt in diesem Zusammenhang keinen Interpretationsspielraum:

„§ 6 (1): Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten.“

Die Drohung „Entweder Gewalt oder Einschläferung“ ist daher nicht nur fachlich falsch, sondern auch rechtlich nicht haltbar.

Unsere Appelle – weiterhin gültig und heute wichtiger denn je

Bereits im ersten Artikel haben wir mehrere Appelle formuliert, die wir hier erneut bekräftigen möchten:

1. An alle Hundehalter:innen

Informiert euch kritisch über Trainingsmethoden.
Fragt nach Qualifikationen, nach der Herkunft bestimmter Techniken und nach der Vereinbarkeit mit dem Tierschutzgesetz.
Wenn euch etwas komisch vorkommt – holt eine zweite Meinung ein.

2. An Trainer:innen und Fachleute

Wir rufen dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv gegen Gewaltmethoden zu positionieren.
Fachlichkeit bedeutet nicht Härte – sie bedeutet Wissen, Erfahrung, Analysefähigkeit und Respekt gegenüber dem Tier.

3. An Medien

Ihre Berichterstattung kann Leben verändern – im positiven wie im negativen Sinne.
Wir bitten darum, sensibel mit Themen rund um Hundetraining umzugehen, tierschutzwidrige Methoden weder unkritisch darzustellen noch indirekt zu legitimieren.
Klare Distanzierung schützt Tiere – und Menschen.

4. An Behörden und Entscheidungsträger:innen

Wir brauchen konsequente Kontrollen, transparente Verfahren und klare Konsequenzen, wenn gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird.
Bekannte Missstände dürfen nicht jahrelang unbeachtet bleiben.

Unser Ziel bleibt unverändert: Aufklärung, Tierschutz und ein respektvoller Umgang

Wir sind dankbar für den Austausch der letzten Tage, für jede konstruktive Rückmeldung und für alle, die sich gemeinsam mit uns für gewaltfreies Hundetraining einsetzen.

Wir setzen uns weiterhin für eine faktenbasierte Diskussion ein.
Wir möchten Tierhalter:innen informieren, Kolleg:innen unterstützen und darauf aufmerksam machen, dass Gewalt im Hundetraining weder notwendig noch gesetzlich erlaubt ist.

Gleichzeitig bemühen wir uns um einen respektvollen Umgang – auch mit jenen, deren Aussagen oder Methoden wir ablehnen. Der Tierschutz lebt von Aufklärung, nicht von Eskalation.

Wir danken allen, die sich in den letzten Tagen konstruktiv eingebracht haben. Wir werden weiterhin für unsere Haustiere einstehen.

Denn Hunde können nicht für sich sprechen.
Also müssen wir es tun!

An wen kann ich mich bei Missständen wenden

Es gibt verschiedene Stellen an die man sich bei Missständen wenden kann. Folgende Stellen könnten der richtige Ansprechpartner sein:

Wien

Tierschutzombudsstelle Wien
Web: www.tieranwalt.at
Telefon: +43-1-31800-7675079
E-Mailpost@tow-wien.at

Veterinäramt MA60
Web: www.wien.gv.at/kontakt/ma60
Telefon: +43 1 4000 8060
E-Mail: post@ma60.wien.gv.at

Niederösterreich

Tierschutzombudsstelle NÖ
Web: www.noe.gv.at/noe/Tierschutz/Tierschutzombudsstelle.html
Telefon: +43-2742-9005-15578
E-Mail: post.tso@noel.gv.at

Veterinäramt 
Web: https://www.noe.gv.at/noe/Veterinaer/Veterinaer.html
Telefon: +43-2742/9005-46455
E-Mail: post.lf5@noel.gv.at 

Burgenland

Tierschutzombudsstelle Burgenland
Web: www.burgenland.at/service/landes-ombudsstelle/tierschutzombudsstelle/
Telefon: +43-57600-2189
E-Mail: post.tierschutz@bgld.gv.at

Veterinäramt 
Web: www.burgenland.at/themen/gesundheit/veterinaerdirektion-und-tierschutz/startseite/
Telefon: +43 5 7600-2681 oder +43 5 7600-2298
E-Mail: post.a10-veterinaer@bgld.gv.at

Oberösterreich

Tierschutzombudsstelle OÖ
Web: www.land-oberoesterreich.gv.at/40500.htm
Telefon: +43-732-7720-14281
E-Mail: tierschutzombudsstelle@ooe.gv.at

Veterinäramt 
Web: www.land-oberoesterreich.gv.at/14406.htm
Telefon:  (+43 732) 77 20-142 41
E-Mail: ESV.post@ooe.gv.at

Salzburg

Tierschutzombudsstelle Salzburg
Web: www.salzburg.gv.at/veterinaerwesen/tierschutz
Telefon: +43-662-8042-3461
E-Mail: alexander.geyrhofer@salzburg.gv.at

Veterinäramt 
Web: www.salzburg.gv.at/dienststellen/abteilungen/20403
Telefon: +43 662 8042-3638
E-Mail: veterinaerdirektion@salzburg.gv.at

Steiermark

Tierschutzombudsstelle Steiermarkt
Web: https://www.tierschutzombudsstelle.steiermark.at/
Telefon: +43 (316) 877-3966
E-Mail: tierschutzombudsfrau@stmk.gv.at

Veterinäramt 
Web: www.veterinaerwesen.steiermark.at/
Telefon: +43 (316) 877-3595
E-Mail: gesundheit@stmk.gv.at

Kärnten

Tierschutzombudsstelle Kärnten
Web: www.ktn.gv.at/Verwaltung/Amt-der-Kaerntner-Landesregierung/Abteilung-5/Organisation?oid=2001053
Telefon: +43-50-536-37000 
E-Mail: tierschutz@ktn.gv.at

Veterinäramt 
Web: www.ktn.gv.at/Verwaltung/Amt-der-Kaerntner-Landesregierung/Abteilung-10/Organisation?oid=2000049
Telefon: +43-50 536-11601
E-Mail: abt10.vet@ktn.gv.at

Tirol

Tierschutzombudsstelle Tirol
Web: www.tirol.gv.at/gesundheit-vorsorge/veterinaer/tierschutz-1/tierschutzombudsperson/
Telefon: +43-512-508-3247 
E-Mail: tierschutz@tirol.gv.at

Veterinäramt 
Web: www.tirol.gv.at/gesundheit-vorsorge/veterinaer/
Telefon: +43 512 508 3242
E-Mail: veterinaerdirektion@tirol.gv.at

Vorarlberg

Tierschutzombudsstelle Tirol
Web: https://vorarlberg.at/-/drumherum-tierschutzombudsstelle?article_id=369938
Telefon: +43-5574-511-42099
E-Mail: tierschutzombudsstelle@vorarlberg.at

Veterinäramt 
Web: https://vorarlberg.at/-/fachliche-aufgaben-des-veterinaerwesen
Telefon: +43 5574 511 25205
E-Mail: veterinaer@vorarlberg.at

Bild von Yvonne Mannsberger

Yvonne Mannsberger

Yvonne ist Obfrau des Vereins Pfotenforum - Tiere im Dialog. Außerdem ist sie die Gründerin von Tiermasseur Mannsberger und Hund in Balance. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Hundemassage, dem Hundefitnesstraining sowie Ihrem Fachgeschäft für Hunde.